Altbau sanieren: Mit Fassadendämmung zum Energiesparhaus

  • , Von Frank Eiselt
  • 8 min Lesezeit
Altbau sanieren: Mit Fassadendämmung zum Energiesparhaus

In diesem Artikel erfahren Sie, warum eine gute Fassadendämmung unerlässlich ist, um Energie zu sparen und den Wohnkomfort zu verbessern.

Fassadendämmung oder Fassadenisolierung ist ein Verfahren zur Verbesserung des Wärmeschutzes von Gebäuden. Eine effektive Dämmung reduziert Wärmeverluste erheblich, indem sie die durch die Wände entweichende Wärme minimiert. Dies führt zu deutlich niedrigeren Heizkosten .

Eine gut gedämmte Fassade trägt maßgeblich zur Steigerung der Energieeffizienz eines Gebäudes bei. Durch die Verringerung des Wärmeverlusts bleibt die Raumtemperatur stabiler, was den Energiebedarf für Heizung und Klimatisierung senkt.

Die fachgerechte Außendämmung spielt auch eine wichtige Rolle beim sommerlichen Hitzeschutz. Sie verhindert, dass Hitze in das Gebäude eindringt, wodurch ein angenehmes Raumklima auch bei hohen Außentemperaturen gewährleistet wird.

Zusätzlich hilft eine effiziente Fassadendämmung bei der Vermeidung von Feuchtigkeitsproblemen . Sie schützt vor Kondensation und Schimmelbildung, was langfristig Bauschäden verhindern kann. So bleibt die Bausubstanz intakt und der Wohnkomfort erhalten.

Eine hochwertige Fassadendämmung bietet zahlreiche Vorteile, von der Energieeinsparung bis hin zum Schutz vor Feuchtigkeit und Schimmel .

Verschiedene Methoden der Fassadendämmung und ihre Vor- und Nachteile

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Wärmedämmverbundsystem

Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist eine weit verbreitete Methode zur Fassadendämmung. Es besteht im Wesentlichen aus mehreren Schichten, die direkt auf die Außenwand eines Gebäudes aufgebracht werden.

Funktionsweise des WDVS mit EPS-Dämmplatten und Putzschicht:

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  1. Dämmplatten: In der Regel kommen expandiertes Polystyrol (EPS), extrudiertes Polystyrol (XPS) oder Mineraldämmplatten zum Einsatz.

  2. Kleber: Die Dämmplatten werden mit einem speziellen Kleber auf die Fassade geklebt.

  3. Armierungsschicht: Eine Armierungsschicht, bestehend aus einer Glasfasermatte und Armierungsmörtel, sorgt für Stabilität und Rissfestigkeit.

  4. Putzschicht: Abschließend wird eine Putzschicht aufgetragen, die als Wetterschutz dient und ästhetische Ansprüche erfüllt.

Vorteile des WDVS:

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  • Hohe Dämmwirkung: WDVS bietet exzellente Dämmeigenschaften, was zu signifikanten Energieeinsparungen und geringeren Heizkosten führt.

  • Vielseitig einsetzbar: Geeignet für Neubauten sowie für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden.

  • Verbesserter Schallschutz: WDVS kann den Schallschutz des Gebäudes verbessern und die Lärmbelästigung von außen reduzieren.

  • Schutz vor Witterungseinflüssen: Die Putzschicht schützt die Fassade vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee und UV-Strahlung.

  • Gestaltungsmöglichkeiten: Verschiedene Putzarten und Farben ermöglichen individuelle Gestaltungsmöglichkeiten der Fassade.

Nachteile des WDVS:

  • Höhere Kosten: Die Installation eines WDVS ist im Vergleich zu anderen Dämmverfahren kostspieliger.

  • Fachmännische Montage erforderlich: Die Montage des WDVS sollte von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden, um eine fachgerechte Ausführung und die Gewährleistung der Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

  • Entsorgungsproblematik: Bei der Entsorgung von EPS-Dämmplatten, die HBCD (Hexabromcyclododecan) enthalten, müssen besondere Auflagen beachtet werden, da dieser Stoff als umweltschädlich gilt.

  • Risiko von Schimmelbildung: Bei unsachgemäßer Montage oder Feuchtigkeitseinwirkung kann es hinter der Dämmschicht zu Schimmelbildung kommen.

Innendämmung

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Die Innendämmung ist eine Alternative zur Außendämmung, bei der die Dämmschicht auf der Innenseite der Wände angebracht wird.

Vorteile der Innendämmung:

  • Geringere Kosten: Die Innendämmung ist in der Regel günstiger als die Außendämmung.

  • Einfache Montage: Die Innendämmung kann meist in Eigenregie montiert werden.

  • Kein Eingriff in die Bausubstanz: Die Installation erfolgt von innen, ohne die Außenfassade zu verändern.

  • Erhalt der Wohnfläche: Die Innendämmung verringert die Wohnfläche im Vergleich zur Außendämmung nur geringfügig.

Nachteile der Innendämmung:

  • Geringere Dämmwirkung: Die Innendämmung hat im Vergleich zur Außendämmung eine geringere Dämmwirkung, da die Wärmebrücken an den Außenwänden nicht beseitigt werden.

  • Risiko von Schimmelbildung: Durch die Innendämmung kann die Feuchtigkeit aus dem Raum nicht so leicht nach außen diffundieren, was zu Schimmelbildung an den Wänden führen kann.

  • Verkleinerung des Wohnraums: Die Innendämmung verringert die Wohnfläche im Vergleich zur unverdämmten Wand.

  • Optische Beeinträchtigung: Die Innendämmung erfordert die Verlegung von Rigipsplatten oder ähnlichem und kann die Raumgestaltung beeinträchtigen.

Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)

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Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) ist eine bewährte Methode zur Fassadendämmung, die durch ihre spezielle Konstruktion überzeugt. Ein typischer Aufbau einer VHF besteht aus mehreren Schichten:

  • Tragwerk : Befestigungssystem, das die Fassadenverkleidung trägt.

  • Dämmmaterial : Kann aus EPS, XPS oder Mineraldämmplatten bestehen.

  • Luftschicht : Ermöglicht die Zirkulation von Luft und verhindert Feuchtigkeitsansammlungen.

  • Fassadenverkleidung : Schutzschicht, die verschiedene Materialien wie Metall, Holz oder Keramik umfassen kann.

Die Luftschicht zwischen Dämmmaterial und Fassadenverkleidung spielt eine entscheidende Rolle. Sie sorgt für eine kontinuierliche Belüftung, wodurch Feuchtigkeit effektiv abtransportiert wird.

Vorteile der VHF

  • Witterungsschutz : Die äußere Verkleidung schützt das Gebäude vor direkten Witterungseinflüssen wie Regen und Schnee.

  • Schimmelrisiko minimieren : Durch die Luftzirkulation wird das Risiko von Schimmelbildung erheblich reduziert.

Mit diesen Eigenschaften bietet die VHF nicht nur einen hohen Wärmeschutz, sondern auch einen signifikanten Beitrag zur Langlebigkeit der Bausubstanz.

Kern- oder Einblasdämmung für zweischaliges Mauerwerk

Kern- oder Einblasdämmung ist eine effektive Methode zur Wärmedämmung, insbesondere bei zweischaligem Mauerwerk . Diese Technik nutzt den Hohlraum zwischen den beiden Mauerschalen, um Dämmmaterialien einzubringen.

Einsatz von Mineralwolle beim Verfüllen des Hohlraums in zweischaligen Mauern:

  • Mineralwolle wird häufig verwendet, da sie hervorragende Wärmedämmeigenschaften besitzt und feuerbeständig ist.

  • Das Material wird entweder als lose Wolle oder in Form von Platten eingebracht.

  • Die Einbringung erfolgt durch kleine Bohrlöcher in die äußere Mauerschale, durch die das Dämmmaterial eingeblasen wird.

Vorteile:

  • Nachträgliche Dämmung ohne optische Veränderungen: Da die Dämmung im Inneren des Mauerwerks erfolgt, bleibt das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes unverändert.

  • Effiziente Nutzung bestehender Strukturen: Keine Notwendigkeit für aufwendige Fassadenarbeiten oder zusätzliche Verkleidungen.

  • Verbesserter Wohnkomfort: Reduzierte Wärmeverluste im Winter und Schutz vor Überhitzung im Sommer.

Die Kern- oder Einblasdämmung bietet somit eine unauffällige und kosteneffiziente Möglichkeit zur energetischen Sanierung von Gebäuden mit zweischaligem Mauerwerk.

Die Rolle der verwendeten Materialien in der Fassadendämmung

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Wichtigstes Fazit: Die Auswahl des richtigen Dämmmaterials ist entscheidend für die langfristige Leistung der Fassadendämmung.

Synthetische Dämmstoffe

Synthetische Dämmstoffe bieten verschiedene Vorteile und Einsatzmöglichkeiten:

  • EPS (Expandiertes Polystyrol): Leicht, kostengünstig und vielseitig einsetzbar. EPS wird häufig im Wärmedämmverbundsystem (WDVS) verwendet.

  • XPS (Extrudiertes Polystyrol): Höhere Druckfestigkeit und bessere Feuchtigkeitsbeständigkeit als EPS. Ideal für Bereiche mit hoher Feuchtigkeitsbelastung.

  • Polyurethanschaum: Hervorragende Dämmwerte bei geringer Materialstärke. Anwendung hauptsächlich in anspruchsvollen Dämmsituationen.

Mineralische Dämmstoffe

Mineralische Dämmstoffe wie Mineralwolle und Glaswolle haben spezifische Vor- und Nachteile:

  • Mineralwolle: Gute Brandschutzeigenschaften, hohe Schallabsorption und feuchtigkeitsunempfindlich.

  • Glaswolle: Ähnliche Eigenschaften wie Mineralwolle, jedoch oft günstiger. Sie bietet ebenfalls eine gute Wärme- und Schalldämmung.

Nachteile: Beide Materialien sind schwerer als synthetische Alternativen und benötigen spezielle Schutzmaßnahmen bei der Verarbeitung aufgrund von Staubentwicklung.

Organische Dämmstoffe

Organische Dämmstoffe wie Hanf und Zellulose gewinnen an Bedeutung aufgrund ihrer Nachhaltigkeit:

  • Hanf: Natürlich nachwachsend, hohe Feuchtigkeitsregulierung und gute Wärmedämmung. Ideal für ökologische Bauprojekte.

  • Zellulose: Aus recyceltem Papier hergestellt, bietet gute Dämmwerte und ist umweltfreundlich.

Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle bei der Materialwahl, da organische Dämmstoffe helfen können, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Kostenfaktoren und Amortisationszeiten bei der Fassadendämmung

Aufschlüsselung der Kosten für eine Fassadendämmung

Die Kosten für eine Fassadendämmung variieren je nach Methode und verwendetem Dämmmaterial erheblich. Hier einige Beispiele:

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit EPS-Dämmplatten : ca. 90-120 €/m²

  • Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) : ca. 150-250 €/m²

  • Kern- oder Einblasdämmung : ca. 30-60 €/m²

Zusätzliche Kosten können durch notwendige Vorarbeiten, Gerüstbau und abschließende Verputzarbeiten entstehen.

Berechnung der durchschnittlichen Amortisationszeiten

Die Amortisationszeit einer Fassadendämmung hängt von den Energieeinsparungen ab, die durch die Maßnahme erzielt werden. Beispielhafte Berechnungen zeigen:

  • WDVS mit EPS-Dämmplatten : Einsparungen von bis zu 40% der Heizkosten sind möglich. Bei jährlichen Heizkosten von 2.000 € ergibt sich eine Einsparung von 800 € pro Jahr.

  • VHF : Ähnliche Einsparungen wie beim WDVS, jedoch höhere Anfangsinvestitionen führen zu längeren Amortisationszeiten.

  • Kern- oder Einblasdämmung : Geringere Kosten und moderate Heizkosteneinsparungen von etwa 20% führen zu kürzeren Amortisationszeiten.

Durchschnittlich amortisieren sich die Investitionen in eine hochwertige Fassadendämmung nach etwa 10 bis 20 Jahren, abhängig von den spezifischen Rahmenbedingungen des Gebäudes.

Fazit

Eine optimale Fassadendämmung ist entscheidend für eine nachhaltige und energieeffiziente Bauweise. Sie reduziert Wärmeverluste, verbessert den Wohnkomfort und schützt das Gebäude vor Feuchtigkeit und Schimmelbildung. Durch die Wahl des richtigen Dämmmaterials und der passenden Methode lassen sich Heizkosten senken und die Umwelt schonen. Eine gut gedämmte Fassade trägt somit maßgeblich zur Wertsteigerung einer Immobilie bei und schafft ein gesundes Raumklima. Investitionen in die Fassadendämmung sind langfristig rentabel und unterstützen die Ziele des Klimaschutzes.

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